Marktbericht
Februar 2026
Die erste Tranche des Brotgetreide Zollkontingents 2026 über 20'000 t war in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar 2026 bereits nach kurzer Zeit vergriffen. Die nächste Tranche über dieselbe Menge wird dann Anfang März 2026 freigeschaltet. Seit Anfang 2026 werden die Getreide-Bahntransporte in der Schweiz nicht mehr durch die SBB-Cargo-, sondern durch die SBB Tochterfirma ChemOil ausgeführt.
EU/Weltweit
Russland will sich künftig stärker mit Saatgut und Technologien auf den Weltmärkten positionieren. Denn die Absatzmärkte für Getreide könnten schrumpfen, weil viele Importländer ihre eigene Produktion auszuweiten versuchen, um unabhängiger von Einfuhren zu werden. Derzeit ist Russland der weltweit grösste Weizenexporteur. Die Sorgen um die Saatenstände im Mittleren Westen der USA haben sich zuletzt etwas verflüchtigt, da die meisten Anbaugebiete für Wintergetreide nun eine Schneedecke tragen. Die Gebiete, die über keinen Schneeschutz verfügen, müssten jedoch angesichts der niedrigen Temperaturen in den kommenden Wochen besonders beobachtet werden. Auch Russland berichtet über eine anhaltende Kältewelle, die zu Winterkill bei den Wintergetreidebeständen führen könnte. US-Präsident Donald Trump hat dem Nachbar Kanada mit Zöllen von 100% gedroht, sollte das Land ein Freihandelsabkommen mit China abschliessen. Die globalen Märkte waren erleichtert, dass Präsident Trump militärische oder handelspolitische Massnahmen zur Übernahme Grönlands vom Tisch genommen hat. Seit Ende 2025 hat Russland seine Angriffe auf ukrainische Häfen deutlich intensiviert. Dabei wurden nicht nur Hafenterminals und Lagerhäuser getroffen, sondern auch zivile Schiffe. Die Ukraine exportierte in der ersten Januarhälfte 292'000 t Weizen, nach 293'000 t im gleichen Zeitraum im Dezember 2025. Die Weizenexporte in der laufenden Saison 2025/26 von Juli bis Januar beliefen sich bislang auf 8,2 Mio. t, gegenüber 10,3 Mio t im entsprechenden Zeitraum der vorherigen Saison. Analysten und Erzeuger führen die geringen Ausfuhren unter anderem auf eine schwache Nachfrage nach ukrainischem Weizen infolge globaler Markttrends sowie auf den Wettbewerb durch günstigeren russischen Weizen zurück. Als eine der weltweit grössten Nutzerinnen von Wasser trägt die Landwirtschaft eine besondere Verantwortung. Sie muss ressourceneffizient und klimafreundlich arbeiten, gleichzeitig aber Einkommen sichern und Wertschöpfung in den Regionen schaffen. Deshalb gilt es, die knapper werdenden globalen Wasservorräte nachhaltig zu nutzen, sodass alle Menschen ihr Recht auf angemessene Nahrung und auf Zugang zu sauberem Wasser umsetzen können. Das machten jetzt die rund 2'000 internationalen Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft beim 18. Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) im Rahmen der Grünen Woche in Berlin deutlich. Sie betonten, dass Nutzungskonkurrenzen gelöst und die Wasserresilienz weltweit gestärkt werden müssten.
Bio
In der Kalenderwoche 7/2026 findet die Biofach Messe in Nürnberg statt. Dies ist der wichtigste "Bio-Güteranlass" in Europa. Die Vorzeichen stehen gut, nachdem Europas grösster Biomarkt Deutschland für 2025 ein erfreuliches Wachstum verzeichnen konnte und nach dem Ausrutscher im Jahr 2024 wieder auf den Wachstumspfad zurückgefunden hat.
Hartweizen
Trotz anhaltenden Kältewellen in Europa sowie in Übersee verharren die derzeitigen Preise nach wie vor auf einem interessanten Niveau. Bewegung in die preisliche Komponente dürfte dann kommen, wenn verlässliche Informationen zum diesjährigen Anbau in den USA und Kanada vorliegend sein werden. Die aktuell tiefen Rheinpegelstände sind in Bezug auf die Schiffslogistik von den ARAG-Häfen nach Basel herausfordernd.
Die Geschäftsleitung
Swissmill