Marktbericht
Juli 2026
Die Kommission «Markt-Qualität Getreide» von swiss granum beschloss am 19. Juni 2026 die Ernterichtpreise für Brotgetreide 2026. Für Brotgetreide exkl. Dinkel sinken sie im Durchschnitt mengengewichtet um rund CHF 2.50/100 kg. Der Ernterichtpreis für Dinkel bleibt auf dem Vorjahresniveau. Der von allen Branchenpartnern mitgetragene Kompromiss war verbunden mit intensiven Diskussionen zwischen den Getreideproduzenten und den Verarbeitern. Die ganze Branche ist mit grossen Herausforderungen konfrontiert. Insbesondere will die Branche den weiterhin steigenden Importen von Brot- und Feinbackwaren und den damit verbundenen Marktanteilsverlusten vereint entgegenwirken. Dabei soll die Benachteiligung der inländischen Wertschöpfungskette aufgrund des schwächeren Grenzschutzes bei den importierten Brot- und Feinbackwaren auf politischer Ebene angegangen werden. Das sehr heisse und trockene Wetter in der zweiten Junihälfte und auch die weiteren Aussichten für den Juli haben die bis dahin sehr guten Aussichten für die Ernte deutlich eingetrübt. Es bestehen nun erhebliche Zweifel zur Qualität und zu den Erträgen, welche geerntet werden.
EU/Weltweit
Die sich verschlechternden Wetterbedingungen in europäischen Ländern und Temperaturen von bis zu 40° C in Frankreich senken nicht nur die Erwartungen an die Bruttoerträge, sondern gefährden auch die Getreidequalität. Die nachfolgende Karte der EU aus dem JRS MARS Bulletin vom Juni 2026 zeigt das Ausmass, ohne dass die letzte Junihälfte schon berücksichtigt ist: In Folge der heissen Temperaturen in Europa fallen die Pegelstände der Flüsse. Der Blick auf den Rhein zeigt, dass die Pegelstände ab Speyer flussabwärts bereits deutlich unter dem Mittel liegen, Tendenz fallend. Dies dürfte die Schifffahrt in den kommenden Wochen zunehmend einschränken. In den USA ist die Winterweizenernte mit 40% Abschluss schneller vorangekommen als vom Markt angenommen. Der Druck, der daraufhin auf den Weizennotierungen lastete, wurde allerdings durch neue Wetterbedenken im Schwarzmeerraum abgefedert. So senkte das Agrarberatungsunternehmen Sovecon seine Prognose für die russische Weizenernte 2026 von 90,3 Mio. t auf 88,9 Mio. t, nachdem es zuvor seine Schätzung der Anbaufläche nach unten korrigiert hatte. Die Ukraine erwartet eine Ernte auf dem Vorjahres-Niveau. Die Gesamtproduktion von Feldfrüchten dürfte etwas über 80 Mio.t liegen, davon ca. 60 Mio. t Getreide. Die Ukraine bleibt damit weltweit einer der wichtigsten Lieferanten von Agrarrohstoffen, weshalb eine funktionierende Exportinfrastruktur nach wie vor von zentraler Bedeutung sein wird. Ein starkes El-Niño-Wettermuster dürfte in den kommenden Monaten das globale Wettergeschehen verändern und die landwirtschaftliche Produktion belasten. Rekordhohe Vorräte weitgehend normale Wettererwartungen in einigen wichtigen Anbauregionen sowie frühzeitige Vorsorgemassnahmen könnten die Folgen jedoch begrenzen.
Bio
Nach zähen Richtpreisverhandlungen wurde für Weizen eine Richtpreissenkung um knapp 1.5% auf CHF 106.50/dt beschlossen. Somit hat sich der Preisunterschied zu anderen Labels und auch dem europäischen Bio-Markt weiter vergrössert, wo deutlich stärkere Preissenkungen zu beobachten sind. Für Hafer und Roggen blieben die Richtpreise unverändert, Dinkel wurde analog Weizen ebenfalls um CHF 1.50/dt gesenkt.
Hartweizen
In Süd-Saskatchewan, die Hauptanbauregion in Kanada, läuft die Anbausaison für den Durum bisher in guten Bahnen: Es gibt gute Niederschläge und die Kulturentwicklung sieht bis jetzt positiv aus. In Spanien und Süd-Italien sind ertragsmässig gute Ernten eingebracht worden jedoch mit typischen – eher tieferen - Qualitäten. Die Hitzewelle hat in den zentraleuropäischen Ländern zu schönen Qualitäten geführt, aber die Erträge sollen unterdurchschnittlich sein.
Die Geschäftsleitung
Swissmill